|
|
Die
Geschichte der Pfarre Bernhardsthal ab 1900: |
||||||
Karl
Bock Am 21.Jänner 1907 wurde Karl Bock (1907-1938) zum Pfarrer von Bernhardsthal ernannt, hielt am 16. Februar hier seinen Einzug, und am 14. April nahm der Stadtpfarrer von Feldsberg in Vertretung des zuständigen Dechants die feierliche Installation des neuen Pfarrers vor. Da Karl Bock 1906 einen Schlaganfall erlitten hatte und sich nur langsam erholte, wurde ihm der bisherige Provisor Franz Storn als Kooperator belassen. Diesem folgte im Oktober 1907 der Neupriester Robert Werner, der mit dem 1. April 1908 abberufen wurde. Erst im September kam Johann Krtina, der aber schon Ende November 1908 als Kooperator nach Schrattenberg ging. Nach ihm gab es keinen Nachfolger, da ja für Bernhardsthal keine Kooperatorstelle systemisiert war. Im Jahre 1909 fand am 25. Juli die Primiz des aus dem Hause Nr. 18 stammenden Josef Hlawati statt. Er war der Bruder von Dr. Franz Hlawati, der später Prälat wurde und 1938 das Büchlein über die Geschichte Bernhardsthals herausgab. Im Jahre 1910 besuchte Erzbischof-Koadjutor Dr. Franz Nagl auf der Durchreise Bernhardsthal, nachdem er vorher die neue Katzelsdorfer Kirche besichtigt hatte. Im selben Jahr fand eine Mission statt; seit der letzten im Jahre 1876 waren bereits über 30 Jahre vergangen.
Im Jahre
1911 erfolgte die Gründung einer Herz-Jesu-Bruderschaft, und 1912
schuf die Firma Ferdinand Stuflesser in St. Ulrich im Grödnertal,
Südtirol, eine Herz-Jesu-Statue, die von Therese Berger Nr. 61 gespendet
worden war. Das morsch gewordene Holzkreuz, das Pfarrer Wallon 1821 aus
eigenen Mitteln für den Friedhof angeschafft hatte und unter dem
er auch begraben lag, wurde im Jahre 1908 durch ein steinernes Grabdenkmal
mit einem Kreuz ersetzt, das der Lundenburger Bildhauer Ferdinand Dvorak
hergestellt hatte. Die Kosten wurden aus den Geldern der seinerzeitigen
Friedhofskreuz-Stiftung Pfarrer Wallons aufgebracht. |
||||||||
![]() Pfarrer Karl Bock |
Schon
vom Anbeginn seines Wirkens in Bernhardsthal an bemühte sich Pfarrer
Bock wie sein Vorgänger um eine gründliche Renovierung der Kirche.
Eine eingehende Besichtigung derselben durch den fürstlichen Architekten
Karl Weinbrenner ergab, daß eine solche sehr teuer käme und wegen
der feuchten Mauern kaum dafürstehe, denn bald würden dieselben
Mängel wieder auftreten. Im Einvernehmen mit Pfarrer Bock schlug der
Architekt dem Fürsten, der das Patronat der Kirche innehatte, den Neubau
einer Kirche vor. Der Fürst erklärte sich mit dem Vorschlag einverstanden.
Pfarrer Bock gründete nun zur Aufbringung eines Teiles der Bausumme
(etwa 40000 Kronen) im Jahre 1911 einen Kirchenbauverein; die Gemeinde stellte
in Aussicht, nicht nur die Zufuhr- und Handlangerarbeiten zu übernehmen,
sondern einen ähnlich hohen Geldbetrag zu leisten. Der Fürst wollte
dann für alles andere aufkommen und die Durchführung des Baues
übernehmen. Die neue Kirche sollte im Basilika-Stil erbaut werden,
und Architekt Weinbrenner arbeitete die Pläne aus und zeichnete den
Entwurf der projektierten Kirche, wie er im Bernhardsthaler Hauskalender
1918 Seite 121 und im Gedenkbuch der Pfarre Bernhardsthal (IV. Band, Seite
237) zu sehen ist. Dieser stattliche Bau sollte bereits im Herbst 1914 in
Angriff genommen werden, “da kam der Weltkrieg 1914-1918, der den
geplanten Kirchenbau zunichte machte". Pfarrer Bock schreibt in der
Pfarrchronik weiter: “Als nach dem Krieg die Tschechen dem Fürsten
den Großteil seiner Güter wegnahmen, war auch unser Kirchenbau
begraben worden." Den geänderten Verhältnissen Rechnung tragend, entschloß sich nun Pfarrer Bock nach Einholung der Zusage des Fürsten zur Durchführung der Renovierungsarbeiten. Im Jahre 1923 wurde die Orgel renoviert, und 1925 begannen die Arbeiten am Äußeren der Kirche. Um der Feuchtigkeit entgegenzuwirken, wurden Dachrinnen angebracht und für die Ableitung des Regenwassers Sorge getragen. Zwischendurch erreichte der eifrige Seelsorger Karl Bock, daß 1922 die ersten Ordensschwestern nach Bernhardsthal kamen, um hier in den Wintermonaten einen Handarbeitskurs für schulentwachsene Mädchen abzuhalten. Nach Widmung des Hauses Nr. 21 entstand hier das Kloster St. Martha, mit dessen Bau 1925 begonnen wurde und das bereits 1926 eingeweiht werden konnte. Im gleichen Jahr kam es zur Eröffnung des Kindergartens und 1927 wurde mit einer Koch- und Haushaltungsschule begonnen. Dann kam das Innere der Kirche an die Reihe; im Jahre 1928 wurde der Hochaltar, 1930 der Marienaltar und 1931 der Johannesaltar restauriert. Die Arbeiten wurden von Maurermeister Gessinger aus Rabensburg ausgeführt. Nebenbei liefen seit 1926 die Bestrebungen zur Anschaffung der künstlerisch wertvollen und schönen Kreuzwegbilder. Die Weihe des Kreuzweges nahm Domkapitular Prälat Dr. Franz Hlawati am 22. April 1928 vor. Im Jahre 1927 war die Statue des hl. Josef auf der Evangeliumseite aufgestellt worden, die aus St. Ulrich im Grödnertal (Südtirol) stammt, und zwar von Ferdinand Stuflesser. Für die Kosten von S 569, kam Anton Wind Nr. 94 auf. Das Bild Maria mit dem Jesuskind, gemalt von dem akademischen Maler Julius Agghazy im Jahre 1890/91, wurde vom Kirchenpatron gespendet und im Mai 1929 aus dem Feldsberger Schloß hierhergebracht. In dieser Zeit der Renovierungsarbeiten befaßte sich Karl Bock eingehend mit der Geschichte der Bernhardsthaler Kirche. Schon in dem Bernhardsthaler Hauskalender (1912 bzw. 1913 bis 1920) waren manche Aufsätze aus seiner Feder enthalten. Nun verfaßte er gleichsam als Ergebnis seiner Forschungen einen Aufsatz mit dem Titel “Zur Geschichte der Kirche in Bernhardsthal", der in der Zeitschrift “Kirchenkunst, österreichische Zeitschrift für Pflege religiöser Kunst", 3, 1931, abgedruckt ist. Für eine gründliche Orgelreparatur und den Einbau eines elektrischen Gebläses erhielt der Orgelbauer Wilhelm Brieger aus Klosterneuburg im Jahre 1932 den Betrag von S 1.691, der von einem Komitee aufgebracht wurde. Schon als mit dem
1.Jänner 1913 das Dekanat Feldsberg geschaffen wurde, erhielt Pfarrer
Bock die Ernennung zum 1. Dechant dieses Dekanates. Er blieb auch weiterhin
Dechant des 1924 neugebildeten Dekanates Altlichtenwarth, das nach der
Abtrennung Feldsbergs mehrere Pfarren dieses Dekanates übernahm.
Im Jahre 1933 wurde Dechant Bock, nachdem er schon vorher zum Geistlichen
Rat ernannt worden war, noch mit dem Titel Ehrendomherr (Kanonikus) des
Metropolitankapitels zu St.Stephan in Wien ausgezeichnet. Schon 1928 hatte
der so Geehrte gebeten, ihm das Amt des Dechants abzunehmen, und Pfarrer
Jakob Kailich, Hohenau, als Nachfolger vorgeschlagen. Seiner Bitte und
seinem Vorschlag wurde mit dem 1.Jänner 1929 entsprochen. Schließlich
ernannte die Gemeinde Bernhardsthal ihren verdienten Seelsorger anläßlich
seines 70. Geburtstages im Jahre 1934 zum Ehrenbürger von Bernhardsthal.
Bei St. Martha fand aus diesem Anlaß eine Feier statt, bei der sich
auch Mädchenbund und Burschenverein mit einem Geschenk einstellten,
in dem sie dem Geehrten eine Kette und einen Ring, beides aus Gold, widmeten. |
|||||||
![]() Begräbnis von Pfarrer Karl Bock |
Als Karl Bock zu kränkeln begann, erhielt er den von Pottendorf kommenden Josef Pals (1905 - 1973, Priesterweihe 1930) am 1.8.1935 als Kooperator. Pals ging am 1.Februar 1937 nach Mannersdorf und war später Pfarrer in Angern. Er war sehr beliebt und brachte aus der Industriegemeinde Pottendorf viele Kinder zum Auffüttern nach Bernhardsthal. Sein Nachfolger als Kooperator wurde Hermann Schneider, der dann auch Pfarrprovisor war. Am 22.Jänner 1938, am Tage der Vollendung seines 74. Lebensjahres, starb Karl Bock im 51. Jahr seines Priestertums im Kloster der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul in Wien VI, Gumpendorfer Straße 108. Am 25.Jänner wurde er in der Ägidiuskirche in Wien VI eingesegnet, nach Bernhardsthal überführt und hier am 26.Jänner um 10 Uhr vormittag beerdigt.
|
|||||||
![]() Pfarrer Bernhard Kisling (1939-1950) |
Der
Anschluß Der Anschluß an Deutschland war zwar bereits unter Provisor Schneider erfolgt, doch wirkten sich die Änderungen, die der Nationalsozialismus in kirchlichen Belangen brachte, erst nach und nach aus. Sie wurden von Pfarrer Kisling im Pfarrgedenkbuch ausführlich geschildert. Er berichtet über die Einführung des Hitlergrußes in der Schule, über die Beschlagnahme des Pfarrheims für die Hitlerjugend und über die Auflösung des Katholischen Burschenvereines und Mädchenbundes. Die Zivilehe wurde obligatorisch und in Bernhardsthal ein Standesamt geschaffen, zu dem auch Reinthal und Katzelsdorf gehörten. Für alle, welche die Kirche ablehnten oder aus ihr austraten, wurde die Gottgläubigkeit als Religionsbezeichnung eingeführt. In den gewerblichen Fortbildungsschulen wurde der Religionsunterricht aufgelassen. Für religiöse Übungen (Beichte, Kommunion) der Volksschüler wurden keine Unterrichtsstunden freigegeben. Verboten wurde die Verteilung des Kirchenblattes an Schüler bzw. durch sie. Behörden wurde untersagt, an kirchlichen Veranstaltungen teilzunehmen. Die Auszahlung der Schulremuneration für Religionslehrer wurde eingestellt. Der Religionsunterricht erhielt die Bezeichnung “Konfessioneller Unterricht" und mußte in die letzte Unterrichtsstunde verlegt werden. Die Religionsnote durfte bei der Beurteilung eines Schülers nicht in Betracht gezogen werden. Den Schwestern im Kloster St. Martha wurde die Berechtigung zur Führung des Kindergartens entzogen und ein nationalsozialistischer Kindergarten eröffnet, für den die Räume im Kloster gemietet wurden; die Haushaltsschule St. Martha wurde geschlossen. Mit dem Schuljahr 1939/40 wurde der Konfessionsunterricht ein unverbindlicher Lehrgegenstand, für den die Eltern, welche die Kinder in diesen Unterricht schicken wollten, die Kinder unter 14 Jahren selbst anzumelden hatten, während Kinder über 14 Jahren ihre Anmeldung selbst machen mußten. In beiden Fällen war eine schriftliche Anmeldung erforderlich. Zu den Lehrerkonferenzen wurden die Religionslehrer nicht beigezogen. Außerhalb des lehrplanmäßigen Unterrichtes durfte kein religiöser Vorbereitungsunterricht (z. B. für Erstkommunion oder Firmung) gehalten werden. Die Beurteilung der Schüler im Konfessionsunterricht in Schulzeugnissen wurde untersagt. Zur Unterbindung jedweder Beeinflussung durften die Kinder weder in der Kirche noch in der Schule zur Teilnahme an religiösen Übungen aufgefordert werden. Die Religionsprüfungen wurden abgeschafft und die Aufsicht über den Konfessionsunterricht dem Staate übertragen. Der 29. Juni, 15. August und 8. Dezember wurden zu Schul- bzw. Arbeitstagen erklärt. Der Vertrieb kirchlicher Zeitschriften durch kirchliche Amtspersonen wurde untersagt. Bezüglich der Abhaltung des Fronleichnamstages wurden besondere Vorschriften erlassen und die Verlegung auf Sonntag befohlen, da der Fronleichnamstag als Werktag begangen wurde. Wegen dieser Vorschriften wurde 1942 keine Prozession abgehalten, sondern ein Anbetungstag. Im Gedenkbuch hat Pfarrer Kisling einen Hirtenbrief der deutschen Bischöfe vom 24. August 1938 und eine Schilderung des Überfalls auf das Bischofspalais in Wien am 7. Oktober 1938 eingeheftet, worin die Verhältnisse und das Geschehen in dieser Zeit dargestellt sind. Pfarrer Kisling verkaufte 1939 den Gartenacker (Parzelle Nr. 387) und einen unbenützten Keller an sechs anrainende Bauern. Die vorgesetzten Behörden gaben dazu ihr Einverständnis. Die Käufer des Ackers, für den ein Kaufpreis von 3.500 RM festgesetzt war, waren: Rudolf Bohrn Nr. 2, Johann Birsack Nr. 3, Leopoldine Lutzky Nr. 4, Jakob Schultes Nr. 5 und Karl Weinberger Nr. 6. Den Keller erwarb im Lizitationsweg Rudolf Schultes Nr. 58 um den Betrag von 1.100 RM. Mit diesen Geldbeträgen wurden die Kosten für die Adaptierungsarbeiten im Pfarrhof gedeckt. Leopoldine Kellner (Nr. 21) spendete einen Geldbetrag für eine neue Krippe, welche die Firma Bortolotti um 350 RM herstellte. Der unschöne Bretterbelag für den Winter wurde durch einen Kokosteppich ersetzt, für den die Pfarrgemeinde den Betrag von 423,50 RM aufbrachte. Das hl. Grab war bisher immer in der nördlich an den Altarraum anschließenden Kammer, heute Kreuzkapelle, untergebracht; nun wurde ein neues angeschafft, das auf dem Marienaltar aufgestellt werden konnte. Den Betrag von 465 RM dafür brachte wieder die Pfarrgemeinde auf. Um 354,88 RM wurde ein neuer Luster mit vergoldetem Metallgestell und Glasbehang angekauft und an der Stelle angebracht, wo bisher das ewige Licht war. Für das ewige Licht wurden an den Säulen im Presbyterium 2 Wandarme aus vergoldetem Gußeisen befestigt. Der frühere Johannes-Altar wurde zu einem Herz-Jesu-Altar umgestaltet und dazu die bisher im Presbyterium auf einer Konsole gestandene Herz-Jesu-Statue verwendet. Sie wurde auf einen Untersatz gestellt, der in der Karwoche als Tabernakel Verwendung fand, und mit einem Strahlenkranz versehen. Die Kosten beliefen sich auf 178,20 RM. Für Trauerfeierlichkeiten wurden schwarze Draperien und ein schwarzes Tuch mit weißem Kreuz um 190,60 RM angekauft, für festliche Anlässe Draperien aus rotem Samt mit Goldfransen (Preis 220 RM) und für die Fastenzeit eine Ergänzung zu dem bereits ausgebleichten Tuch (40 RM). Auch vier Antependien wurden angeschafft, und zwar ein weißes aus Goldbrokat, ein schwarzes, ein rotes und ein violettes; sie kosteten zusammen 362 RM. Das Grundstück Parzelle Nr. 411 wurde in die Parzellen Nr. 411/1 und 411/2 untergeteilt. Die Parzelle Nr. 411/2 kaufte die Reichsfinanzverwaltung zum Bau von Beamtenwohnungen an. Um die Kirche standen in einem ungepflegten Durcheinander sehr hohe Bäume - im Volksrnund “Roßhaxenbäume" genannt -, die das Kirchendach beschädigten. Sie wurden als Brennholz verkauft und dafür Lindenbäume gepflanzt. In der Kirche wurde der Steinbodenbelag ausgebessert, die Sandsteindecke über dem Pfarrergrab durch einen Kunststein mit schwarzem Kreuz überdeckt, die Holzstufen durch Kunststein ersetzt, die Wände ausgebessert, die Türen gestrichen und die Lourdesgrotte entfernt. Die Muttergottes-Statue erhielt später das Kloster St. Martha. Ferner wurde ein Beichtzimmer eingerichtet, Altarteppiche für die beiden Seitenaltäre und ein neuer Paramenten-Ankleidekasten für die Sakristei angeschafft. Die dafür aufgewendeten Kosten von 801,16 RM wurden durch Spenden der Pfarrgemeinde aufgebracht. Im Jahre 1940 erfolgte eine Neu-Installation des elektrischen Lichtes in der Kirche, verbunden mit der Anbringung neuer Beleuchtungskörper sowie von vier Scheinwerfern beim Hochaltar. Die Firma Fritz Fragner, Wien 15, erhielt für alles 1.742,40 RM. Das alte Kommuniongitter samt Holzstufe wurde durch ein Steingitter auf einer Steinstufe ersetzt. Die Steinarbeiten besorgte die Marmorindustrie Kiefer AG. aus Oberalm bei Salzburg, die schmiedeeisernen Türchen Schlossermeister Anton Schwarz, Wien 6. Da die Fensterrahmen schon morsch waren und keine Lüftungsmöglichkeit bestand, wurden eiserne Fensterrahmen mit Lüftungseinrichtung und Glasmalereifenstern, auf denen christliche Symbole der hl. Sakramente dargestellt sind, angeschafft. Die Entwürfe für alle Arbeiten stammten von Architekt A. Kamreiter, Wien 19; die Eisenteile stellte Schlossermeister Hofmann, Wien 19, bei, die Glasfenster besorgte die Glasmalerei- und Mosaik-Anstalt Neuhauser aus Innsbruck. Die Kosten betrugen 2592 RM. Im Jahre 1942 erfolgte die Umgestaltung des Kirchhofes zu einer Parkanlage, damit hier auch kirchliche Prozessionen abgehalten werden konnten. Um diese Zeit mußten die zwei alten Glocken abgeliefert werden. Die Firma Josef Ketschek, Wien 4, führte in der Kirche eine Generalrenovierung durch, bei der alle Vergoldungen teils erneuert, teils aufgefrischt wurden. Die Kosten dafür betrugen 8800 RM. Die bereits sehr schadhafte Orgel wurde abgetragen und bei der Firma Kauffmann, Wien 15, eine neue bestellt. Bei dieser Gelegenheit wurde auch das Chor, das schon baufällig war, abgebrochen und von der Firma Prutscher, Wien 15, ein neues erbaut, und zwar eine Holzkonstruktion. Die Kosten beliefen sich auf 2.300 RM.
|
|||||||
![]() Pfarrer Bernhard Kisling |
Kriegsende Im Dezember 1946 erkrankte Pfarrer Kisling an einem Herzleiden. Er begab sich in Spitalsbehandlung, mußte aber bald nachher wegen einer Gallblasenentzündung operiert werden. Kurze Zeit darauf litt er an einer Stirnhöhleneiterung. Mit 1. Mai 1948 stellte man Thomas Wagner als Kaplan in Bernhardsthal an. Als Pfarrer Kisling neuerdings von seinem Herzleiden befallen wurde, erhielt er einen einjährigen Urlaub und Kaplan Wagner wurde Pfarradministrator. Nach Einleitung des Erdgases im Orte konnte im Jahre 1949 nach Installierung zweier Heizkörper die Kirche in den Wintermonaten geheizt werden. Die Kosten von S 5.000 wurde durch Theateraufführungen der Jugend im Pfarrheim aufgebracht. Zur Anschaffung neuer Kirchenbänke bewilligte das Ordinariat den Verkauf der Sandlehen-Äcker, und zwar der Parzellen Nr. 1213, 1214, 1215 und 1216 im Ausmaß von 10 ha 18 a 42m². Es wurde ein Verkaufspreis von S 52 000 erzielt. Die Pläne für die Bänke entwarf Architekt Dr. Hans Petermaier, Wien, die Arbeiten führte Tischlermeister Johann Priskernigg aus Kirchschlag aus. Die Bänke sind aus Lärchen- und Eichenholz; im Preis mit inbegriffen sind noch eine Eichenholz-Lamperie und ein Beichtstuhl. Alles zusammen kostete S 49.000. Die Statue der schmerzhaften Muttergottes war für den Marienaltar zu klein; sie wurde im Eingang der Kirche unter dem Turme in einer Nische aufgestellt. An ihre Stelle kam eine Statue der “Alma Redemptoris Mater", die der Bildschnitzer Konrad Verra, Lienz in Osttirol, geschaffen hat und die S 2.400 kostete. Spender waren die Eheleute Jakob und Franziska Schultes Nr. 5. Am 21. Mai 1949 visitierte Kardinal Dr. Theodor Innitzer die Pfarre, aus welchem Anlaß auch die noch lebenden Geistlichen, die aus Bernhardsthal stammten, anwesend waren: Domkapitular Kanonikus Josef Hlawati, Konsistorialrat Dechant Franz Schaludek und Geistlicher Rat Dechant Johann Tanzer. Zu Beginn des Schuljahres 1949/50 wurde dem kranken Pfarrer Kisling der Jugoslawe Anton Zollitsch als Kaplan zugewiesen. Mit Ende Mai 1950 trat der zum Geistlichen Rat ernannte Pfarrer Kisling, der die schwere Zeit des Zweiten Weltkrieges in Bernhardsthal durchgemacht und trotz seiner Kränklichkeit so viel für Kirche und Pfarrgemeinde geschaffen hat, wegen seines Herzleidens in den Ruhestand und bezog zwei Räume im Kloster St. Martha, die er auf eigene Kosten herrichten ließ. Pfarrer Kislings
Gesundheitszustand besserte sich später wieder etwas, sodaß
er mit 1. August 1951 die Seelsorge in der Pfarre Zemling übernehmen
konnte und von Bernhardsthal Abschied nahm. Er war bis 1963 Pfarrer in
Zemling, dann bis zu seinem Tod am 19. Juli 1971 Pfarrer in Elsarn bei
Straß. Er starb im 74. Lebensjahr, ein Jahr vor seinem goldenen
Priesterjubiläurn. |
|||||||
![]() Pfarrer Josef Steffler (1950-1968) |
Als neuer Pfarrer wurde Josef Steffler (1950-1968) mit 1. September 1950 angestellt. Er war 1908 in Höflein a.d.Thaya (nächst Laa a.d.Thaya), Südmähren, geboren, von 1934-1938 Provisor in Aspersdorf bei Hollabrunn und dann Pfarrer in Bergau. Da die Kirche bereits seit 1942 ohne Orgel war, wurde am 21. Februar 1951 beschlossen, beim Orgelbauer Kauffmann, Wien, einen Kostenvoranschlag anzufordern und diese Firma mit dem Bau der neuen Orgel endgültig betraut. Zur Hereinbringung der Kosten wurde die zur Pfarrpfründe gehörige Scheuer verkauft und die andere Hälfte der Kosten durch Spenden aufgebracht. Die Gesamtkosten beliefen sich auf S 80.000. Am 8. Juli 1951 wurde die neue Orgel von Erzbischof-Koadjutor Dr. Franz Jachym geweiht. Das Fehlen eines
richtigen Pfarrheimes bereitete Pfarrer Steffler immer größere
Sorge. Als das seit Jahrzehnten vorhandene Burschenheim, das bisher von
einer Flüchtlingsfamilie bewohnt war, 1952 frei wurde, begann er
daher sofort mit den Vorbereitungsarbeiten für die Errichtung eines
entsprechend großen Pfarrheimes. Die nicht mehr benutzten Stallgebäude
wurden abgeräumt, das Waschküchengebäude neu aufgebaut,
mit einem Stockwerk für eine allfällige Mesnerwohnung versehen,
und am Festtag des hl.Josef 1953 wurde das Fundament des neuen Pfarrheimes
gesegnet. Nach Ostern wurde mit dem Bau begonnen, und zu Weihnachten 1953
stand die Jugend das erstemal auf der neuen Bühne ihres Pfarrheimes.
Die Mithilfe der Pfarrgemeinde, ein Darlehen der erzbischöflichen
Finanzkammer, manches Entgegenkommen von seiten der Handwerker, vor allem
des Baumeisters Laurenz Schultes, hatten den Bau des Heimes so rasch ermöglicht. |
|||||||
![]() Primiz von Johann Kellner 1954 |
Im Juli 1954 konnte nach 16 Jahren Pause wieder eine Primiz in der Pfarre gefeiert werden; der Primiziant war Johann Kellner aus dem Hause Friedhofsgasse 254; er ist derzeit Pfarrer in Schönkirchen und Dechant des Dekanats Bockfließ. Der Ausbau des Pfarrheimes ging weiter (Terrazzoboden im Vorraum, sanitäre Anlagen), und auch auf die Rückzahlung des Darlehens wurde nicht vergessen. Für Einkehrtage, Standesversammlungen, Erstkommunion usw. stand es bereits zur Verfügung. Im Jahr 1955 wurde es ausgemalt. In der Kirche wurde der Hochaltar restauriert und vor den Seitenaltären je ein kleiner Kristalluster angebracht. Am 1.Mai 1955 visitierte Kardinal Innitzer die Pfarre. Über Ersuchen
des Pfarrers wurde von der Gemeinde die anläßlich der Visitation
angeregte Renovierung des Kirchturmes beschlossen. Mit den Arbeiten wurde
von Baumeister Karl Buchta, Rabensburg, im Frühjahr 1956 begonnen
und zugleich die Montage eines eisernen Glockenstuhles durch die Firma
Pfundner, Wien, und einer elektrischen Turmuhr durch die Firma Schauer,
Wien, damit verbunden. Im Gemeinderat wurde überdies die Anschaffung
eines Läutewerkes vorgeschlagen, und im Zusammenhang damit kam es
noch zur Bestellung zweier neuer Glocken. |
|||||||
![]() Glockenweihe 1956 |
Am 14.Oktober 1956 fand dann die Glockenweihe und eine Kraftfahrzeugweihe statt, gehalten von Prälat Jakob Fried. Im Zuge der Renovierungsarbeiten erhielt der Kirchenzugang von der Straße her noch zwei kleinere Eingänge, und durch einen Beitrag der Patronatsherrschaft (Gutsinhabung Wilfersdorf) konnte auch der Verputz der Kirchen-Nordwand erneuert werden. Auch neue Türen bekam die Kirche. Die Arbeiten wurden nach einem Entwurf des Architekten Dr. Petermair, Wien, durchgeführt. Die Haupttür erhielt eine Steineinfassung aus istrischem Marmor, die andern Türen eine aus Sandstein, und zwar aus St. Margarethen im Burgenland. Die Arbeit besorgte die Firma Rada, Poysdorf. Die aus Eichenholz hergestellten Türen lieferte Tischlermeister Josef Saliger, Hollabrunn, die Schlosserarbeiten dazu führte Schlossermeister Karl Münichbauer, Hollabrunn, aus. Die an die Nordseite des Presbyteriums angebaute Kapelle war bisher durch eine Mauer von der Kirche abgetrennt und als Depotraum verwendet worden. Durch Abtragung der Mauer wurde sie mit der Kirche verbunden. Da unter Pfarrer Kisling der Seiteneingang an der Südseite des Kirchenschiffes wegen der Aufstellung des Beichtstuhles vermauert worden war, wurde als Ersatz dafür ein neuer Kircheneingang von außen her durch diese Seitenkapelle geschaffen. Über Ersuchen des Pfarrers Steffler ließ die Gemeinde die Kirchhofwege durch Natursteine einfassen und die Wege selbst mit einer Asphaltdecke versehen. Im Jahre 1958 wurden
einige Renovierungen bzw. Verbesserungen im Pfarrhof vorgenommen, und
1959 erbaute die Gemeinde im Einvernehmen mit dem Pfarrer im Kirchhof
eine Aufbahrungshalle (Rundbau). Der Grund bleibt Eigentum der Kirche;
die Baukosten betrugen S 180.000. |
|||||||
|
|
Die Sakristei wurde durch Zubau auf die doppelte Grundfläche vergrößert und auf das Ganze ein Stockwerk aufgesetzt. Die Gemeinde ließ außerdem den Kirchhof kanalisieren, den Platz gegen den verbleibenden Gemüsegarten abgrenzen und mit Natursteinplatten belegen. Im Jahre 1960 wurde das Dach der Kirche neu eingedeckt. Die Firma Kastner, Kautendorf, führte die Dachdeckerarbeiten aus, Spenglermeister Josef Stratjel die Spengler- und Zimmermeister Wodnek aus Rabensburg die Zimmermannsarbeiten aus. Zu den Gesamtkosten von S 35.769 trug die Patronatsherrschaft S 10.000 bei. Im Rahmen der Visitation des Dekanates Altlichtenwarth visitierte Erzbischof-Koadjutor Dr. Franz Jachym am 22. Mai 1963 die Pfarre Bernhardsthal. Am 4. Juli 1965 feierte Karl Rühringer, gebürtig aus Groß-Tajax und wohnhaft auf Nr. 416, die Primiz. Er war danach Domkaplan zu St. Stephan in Wien und Zeremoniär von Weihbischof Dr. Jakob Weinbacher. Heute ist Karl Rühringer Bischofsvikar in der Erzdiözese Wien. Im Jahre 1966 feierte Georg Grois, ein Neffe des seinerzeitigen Militärpfarrers Anton Grois, seine Primiz. Er stammt aus dem Hause Nr. 14 und war 1975 Ökonom und Studienpräfekt in der Missionsschule Dachsberg bei Prambachkirchen, OÖ. Im Jahre 1968 wurde die Heizung der Kirche auf eine Warmwasser-Zentralheizung umgestellt, sodaß jetzt jede Kirchenbank ihre Wärmequelle hat. Mit dem 30. Juni 1968 resignierte Pfarrer Steffler, der inzwischen zum Geistlichen Rat ernannt worden war, aus freien Stücken auf die Pfarre Bernhardsthal, die er aber noch bis 31. August 1968 betreute. In einer Abschiedsfeier wurde ihm für sein eifriges Wirken in Bernhardsthal der Dank ausgesprochen. Er trat am 1. September 1968 den Dienst als Pfarrer in Aspersdorf bei Hollabrunn an.
|
|||||||
![]() Pfarrer Hubert Ponweiser |
Ab
1968 Am 23. November 1968, dem Tag der Kirchenmusik, fand in Bernhardsthal ein Festkonzert des Musikvereins Staatz statt; es wurden verdiente Sänger und Musiker des Kirchenchores geehrt. Im Jahre 1969 wurde am 27. April die Dekanatsfeier der Pfarren des Dekanats Altlichtenwarth anläßlich der 500-Jahr-Feier des Bestandes der Diözese Wien in Bernhardsthal abgehalten. Bei der von Dechant Prokesch abgehaltenen Festmesse besorgten die Kirchenchöre Bernhardsthal und Katzelsdorf die Kirchenmusik. Die Umrahmung der anschließenden Feier im Pfarrheim bestritt der Kirchenchor Hohenau. Vom 1. Juni bis 4. September 1969 wurde der Pfarrhof renoviert und modernisiert. Das Erdgeschoß erhielt Beton- und Filzbeläge, das Stockwerk Parkettböden; das ganze Haus bekam Zentralheizung. Im Stockwerk wurde die Wasser- und Kanalinstallation durchgeführt, sowie ein Baderaum und ein Fremdenzimmer eingerichtet. An Firmen waren beschäftigt: Baumeister Ing. Aust, Großkrut, Dachdeckermeister Jandl, Wolkersdorf, Parkettfabrik Liho, Neulengbach, der Fliesenleger Hufnagl, Gänserndorf, und aus Bernhardsthal Johann Schweng, Installateur, Alfred Rühringer, Elektroinstallateur, Josef Oprschal, Maler- und Anstreichermeister, Josef Stratjel, Spenglermeister und Otto Ebinger, Tischlermeister. Zum Patroziniumsfest am 6. September 1969 war außer dem Dekanatsklerus auch der Patronatsherr Prinz Georg von und zu Liechtenstein erschienen. Im Pfarrheim fand anschließend eine Festtafel für die Festgäste, die Gemeinde- und Behördenvertreter statt. Beim Dekanats-Kirchenmusik-Treffen am 7. Juni 1970 in Katzelsdorf sang der Bernhardsthaler Kirchenchor unter der Leitung von Regens-chori Hauptschullehrer Josef Stöger den 23. Psalm von Franz Schubert. Am 18. Oktober erhielt Bernhardsthal einen neuen Rettungswagen, den Pfarrer Ponweiser segnete. In den Monaten Juni bis August 1971 wurde die Renovierung der Kirche durchgeführt. Der Gottesdienst wurde während dieser Zeit im Pfarrheim abgehalten. Es wurden Trockenlegungsarbeiten, Ausmalen der Kirche, Vergolden und Marmorieren der Altäre, eine vollständige Erneuerung der Elektroinstallierung und dgl. durchgeführt. Das Presbyterium wurde um eine Stufe gehoben und mit ungarischen Kalksteinplatten belegt. Die Maler- und Marmorierungsarbeiten besorgte die Firma Halik-Fichtinger, Perchtoldsdorf. Im Altarraum wurden vier neue Luster installiert, die Kreuzwegstationen erhielten Kristalleuchter. Die Gesamtkosten der Kirchenrenovierung betrugen rund S 400.000. Am 4. September 1971, dem Kirchweihfest, fand in der renovierten Kirche der erste Gottesdienst statt. Mit diesem Hochamt verabschiedete sich der bisherige Regens-chori Josef Stöger von Bernhardsthal, wo er 11 Jahre hindurch gewirkt hatte. Vom 26. Februar bis 5. März 1972 hielten die Redemptoristenpatres P. Anton Schwarz und P. Stephan Hornung von Wien 1, Maria am Gestade, eine Volksmission ab. Am 9. April fand sich Weihbischof Dr. Karl Moser zur Visitation ein und spendete 21 Firmlingen des Ortes das Sakrament der hl. Firmung. Am 12. April zelebrierte der Bischof eine Schulmesse und visitierte die Schule. Er stattete auch dem Friedhof, der Firma Schroll und Sohn, dem Kindergarten und dem Altersheim einen Besuch ab. Kommerzialrat Arthur Weilinger, Salzburg, ließ auf der Anhöhe an der Reinthaler Straße beim Wäldchen gegenüber dem hl. Johannes eine Hubertuskapelle erbauen und widmete sie in Dankbarkeit seinem Heimatort Bernhardsthal. Zur Weihe der Kapelle am 16. September 1972 waren auch prominente Gäste aus Salzburg erschienen. Landesrat Matthias Bierbaum hielt als Landesjägermeister die Festansprache. Anschließend legte Komm.Rat Weilinger in bewegten Worten ein Bekenntnis zu seiner Heimat ab und gab dem Wunsche Ausdruck, es möge hier alljährlich ein Jäger-Gottesdienst stattfinden. Die Erhaltung und Pflege der Kapelle haben Jagdgesellschaft und Gemeinde übernommen. Vom 20. bis 25. März 1973 hielten zwei Redemptoristenpatres eine Missionserneuerung. Im Frühjahr 1973 litt die ganze Gegend unter dem starken Auftreten der Maul- und Klauenseuche. Alle überörtlichen Veranstaltungen, auch die kirchlichen Prozessionen (Karsamstag, Bittage, Fronleichnam) mußten abgesagt werden, die angesetzte Dekanatsfirmung wurde auf den Herbst verschoben. Erst Ende August war das Weinviertel seuchenfrei. Am 23. September 1973 fand die Dekanatsfirmung in Bernhardsthal statt, bei der Bischofsvikar Monsignore Franz Stubenvoll von Dechant Prokesch, dem Bürgermeister usw. sowie der Bevölkerung beim Gasthaus Weinberger empfangen wurde. Es wurde 104 Firmlingen aus dem Dekanat das Sakrament dei hl. Firmung gespendet. Den Kirchenchor leitete Leopold Führer, die Ortsmusik Anton Schaludek. Am 2. Juni 1974 nahm
Weihbischof Dr. Weinbacher vor dem Kloster St. Martha eine Autosegnung
vor und weihte dann die neu hergerichtete Kapelle im Kloster St. Martha.
Diese war modernisiert worden, hatte einen Volksaltar, neue Bänke
und einen neuen Fußbodenbelag erhalten. |
|||||||
|
|
Der in Bernhardsthal geborene Walter Gagesch, dessen Eltern durch die Ereignisse im Zweiten Weltkrieg nach Bernhardsthal verschlagen worden waren, später aber wieder nach Rumänien zurückkehren konnten, feierte am 30. Juni 1974 in seiner alten Heimat in Schiria bei Arat in Rumänien seine Primiz. Zu dieser fuhren über 30 Bernhardsthaler in Begleitung der Pfarrer Steffler und Ponweiser per Autobus. Im Sommer 1975 wurde der Kirchturm renoviert. Die Wiener Firma “Meidlinger Gerüstbau" besorgte die Eingerüstung, die Firma Baumeister Ing. Otto Aust, Großkrut, übernahm die Baumeisterarbeiten. Die Firma Ing. E. Schauer, Wien 19, stellte eine neue Turmuhr mit automatischem Läutewerk und vier transparenten Zifferblättern bei, die von innen zu beleuchten sind. Der Turmhelm wurde von der Bauspenglerei Theodor Schiller, Wien 5, mit Kupferblech neu eingedeckt und die Kugel vergoldet. Die Elektroarbeiten führte die Firma Alfred Rühringer, die Schlosserarbeiten die Firma Othmar Hofmann, beide von hier, aus.
|
|||||||
|
1987
- 1994 Ihm folgte ab September 1988 der gebürtige deutsche Priester Elmar Panze. Dieser führte von 30.10.1988 bis 1990 auch die Innenrenovierung der Pfarrkirche durch, sodaß während dieser Zeit die Hl. Messen im Pfarrheim stattfanden:
Im Dezember 1991 endetet abrupt die Zeit Elmbar Panzes in Bernhardsthal mit einer gerichtlichen Verurteilung. Während dieser schwierigen und aufgewühlten Zeit wurde der Pfarre als seelsorgliche Aushilfe GR Dragan Antunovic zugewiesen. Antunovic stammte aus dem ehemaligen Jugoslawien und wurde in Prag zum Priester geweiht, kam nach dem Ende des Prager Frühlings 1968 in die Erzdiözese Wien. Durch seine Vielsprachigkeit war er in der Vielvölkerstadt Wien eine gesuchte Priesterpersönlichkeit. Er blieb knapp ein Jahr von Dezember 1991 bis Oktober 1992 in Bernhardsthal. |
|||||||
|
|
Thomas Fieglmüller betreute die Pfarre ebenfalls nur von 1.10.1992 - 2.11.1993. Er wurde als zweiter Bub einer Arbeiterfamilie in Wien Simmering geboren. Nach der Hauptschulzeit erlernte er das Hotel- und Gastgewerbe, danach besuchte er das Aufbaugymnasium in Horn. Das anschließende Theologiestudium absolvierte er in Wien, wo er auch 1977 die Priesterweihe erhielt. Anschließend folgten 2 Kaplanstellen in Neu Kagran und St. Johann an der U-Bahn (Wien X) und 11 Jahre Arbeit im Gefangenenhaus. Im letzten Jahr vor seinem Antritt in Bernhardsthal war er als Taxifahrer tätig. 1993 begann auch die Planung und Beginn der Restaurierungsarbeiten beim Pfarrhof. Die Baumeisterarbeiten werden an die Fa. Aust in Großkrut vergeben, die Erneuerung der Fenster und Türen bewerkstelligt die Fa. Ebinger, Bernhardsthal. Die Finanzierung erfolgt durch Zuschuß der Diözese, einem Darlehen der Raika, Althaussanierung des Landes, Spendengelder und Eigenleistung. Wieder ohne Priester übernahm nun bis August 1994 der Großkruter Pfarrer Christoph Loley als Provisor die Amtsgeschäfte der Pfarre Bernhardsthal. Bis zur Einführung eines neuen Priesters war Pater Kacprcak Kryspin der Pfarre als Aushilfe zugeteilt. |
|||||||
![]() Pfarrer Alois Pajan |
Alois
Pajan
|
|||||||
![]() Mag. Clifford Pinto (Cliff) |
Cliff
Pinto
Unter seiner Wirkung wurden nicht nur zahlreiche Projekte zur Erneuerung der örtlichen Pfarrgemeinde durchgeführt (wie beispielsweise die Renovierung des Pfarrheims, die Neueinrichtung des Pfarrbüros, die Erneuerung zahlreicher Einrichtungen wie Sitzbankpolster, Weihwasserbecken, Fahnenmasten, etc.) sondern der Pfarre eine völlig neue Struktur gegeben. Erstmals war die Pfarre in verschiedene Ausschüsse gegliedert und die Aufgaben in einem offiziellen Organigramm verteilt. Während seiner Zeit in Bernhardsthal wurde jedoch auch deutlich, dass verschiedene Mentalitäten durchaus fruchtbar gemacht werden können für den gemeinsamen Weg. Die während seiner Zeit entstandenen Herz-Jesu Messen genauso wie viele andere Impulse (Geburtstagsmessen, Fahrzeugsegnungen, etc.) fanden großen Anklang in unserer Pfarrgemeinde. Seine größte Leistung bestand darüber hinaus aber darin, unserer Pfarrgemeinde das Bewusstsein einer Gemeinschaft gegeben zu haben, welches sich auf den gesamten Ort übertrug. Mit 30.8.2005 verließ Cliff Pinto unsere Pfarre um sich neuen Herausforderungen in der Wiener Pfarre Maria Geburt zu stellen. |
|||||||
![]() Mag. Markus Ferenc |
Markus
Ferenc |
© 2004-2006 Pfarre Bernhardsthal - Alle Rechte vorbehalten.
HOME | GÄSTEBUCH | LINKS | BÜCHER | KONTAKT | SUCHEN | IMPRESSUM