"Die drei Berge"

 

Friedhöfe in Bernhardsthal

Fast über das ganze Ortsgebiet verbreitet fand man Bestattungen der Jungsteinzeit,die ältesten Grabstätten Bernhardsthals. Bei der Anlage von Schottergruben auf der nördlich von Bernhardsthal und nördlich des Hamelbaches liegenden Anhöhe fand man eine Gräbergruppe (= Friedhof) der Aunjetitzzeit, die um 2000 v. Chr. datiert ist.

Besondere Grabstätten sind die drei Tumuli, besser bekannt unter dem Namen "Die drei Berge", welche einer jüngeren Zeit angehören als die erstgenannten, nämlich der Hallstattzeit. (um 600 v.Chr.). Von Rabensburg kommend sind sie bereits in der flachen Landschaft von weitem zu sehen.

Knapp östlich des heutigen Brunnenwälchens, in der Flur “Kohlfahrt", fand man ein Gräberfeld der Burgwallzeit (800 -900 n.Chr), die vermutlich beiderseits des Hamelbaches ihre Siedlung gehabt haben. Wie aus dem Gedenkbuch und dem Bericht von Dr. Wick zu Ödenkirchen hervorgeht, wurde beim Bahnbau im Jahre 1838 die Fundamente eines Gebäudes und ein Friedhof dieser Zeit angegraben.

Als im 12. Jahrhundert die heutige Bernhardsthaler Kirche erbaut wurde, entstand um diese der Friedhof, auf dem nicht nur die Bernhardsthaler, sondern auch die Reinthaler und Ebenfelder begraben wurden, da ja diese Orte hier eingepfarrt waren. Es wird vermutet, daß der Friedhof mit starken Mauern gesichert war und auch verteidigt werden konnte. Von den Reinthalern weiß man noch, daß ihre Grabstätten im Nordteil des Kirchhofes gelegen waren.
Auf dem Friedhof stand auch ein altes Beinhaus, welches in einer Mauernische die 1802 zum Stein des Anstoßes gewordene schmerzhafte Muttergottes geborgen haben soll. Der Standort des Beinhauses ist nicht überliefert; man vermutet, daß es nächst der heutigen Sakristei gestanden sei. Um das Jahr 1800 wurde das Beinhaus abgetragen.



Grabstein 1725

 

 

Der Grabstein des 1725 verstorbenen Ratsbürgers Kaspar Bittmann ist der einzige, der vom einstigen um 1784 aufgelassenen Friedhof bei der Kirche noch vorhanden war. Er steht heute im Heimatmuseum.Je ein Kaspar Püttmann und Kaspar Büttmann kommen im Hausbesitzerverzeichnis von Zelesnik im Haus Nr.79 und im gegenüberliegenden Nr. 86 vor.

Als im Jahre 1784 der bisherige Filialort Reinthal zur Pfarre wurde, bekam er auch einen eigenen Friedhof. Obwohl nun der Bernhardsthaler Friedhof für die kleiner gewordene Pfarrgemeinde groß genug gewesen wäre, mußte ein neuer Friedhof angelegt werden. Kaiser Josef II. duldete nämlich keine Friedhöfe innerhalb des geschlossenen Ortsgebietes. Der neue Friedhof wurde südlich des Jägerhausberges und somit außerhalb des Ortes angelegt, wo heute das Kriegermahnmal steht; der Ort hatte ja damals nur 132 Hausnummern. Auf diesem Friedhof wurden folgende Ortspfarrer begraben: Johann Karl Heindl, Franz A. Purtscher, Peter A. Wallon, Georg Stöger und Franz Riederer. Pfarrer Wallon hat auf eigene Kosten ein großes Friedhofskreuz aus Holz errichten lassen, das 1908 durch ein steinernes Grabdenkmal mit einem Kreuz ersetzt wurde. Im Jahre 1831 wurde der hinter dem Friedhof liegende Garten zur Beerdigung der an der Cholera Verstorbenen eingesegnet und später mit dem Friedhof vereinigt.


Der alte Friedhof

 


Das Kreuz von Fürst Johann II.

Pfarrhof
Kloster
Marien-Kapelle
Hubertus-Kapelle
Wehrlehenkreuz

  Da auch dieser Friedhof nach und nach zu klein wurde, erwarb die Gemeinde 1906 einen Grund in den Mitterlehen (117 m lang und 43 m breit), umgab ihn mit einer Mauer, stellte in der Mitte das von Fürst Johann II. von Liechtenstein gewidmete 6 m hohe Kreuz aus Sandstein auf und erbaute in der Südwestecke eine Leichenkammer. Die Einweihung erfolgte am 12. Juni 1907 durch Dechant Kopsch aus Loosdorf.

Als der alte Friedhof aufgelassen wurde, errichtete man an seiner Stelle eine Parkanlage. Das Kriegerdenkmal wurde in deren Mitte versetzt und um Gedenktafeln der im 2ten Weltkrieggefallenen erweitert.

 

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